Wie Unternehmen Pflege und Beruf vereinbaren

Betriebsräte informieren sich über betriebliche Regelungen und Konzepte zur Vereinbarung von Pflege und Beruf

Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ist eine der zentralen Herausforderungen für Unternehmen unserer Zeit. In Deutschland sind 4,6 Millionen Menschen pflegebedürftig, davon werden etwa dreiviertel zu Hause betreut. Bisher gibt es für Betroffene in vielen Betrieben zu wenig Regelungen, die eine familiäre Pflege im beruflichen Alltag unterstützen. In der Corona-Krise hat sich die Situation weiter verschärft. Aus diesem Grund lud die Allianz für die Region heute zusammen mit der Kooperationsstelle Hochschulen–Gewerkschaften Region Südostniedersachsen der TU Braunschweig, der Wito GmbH und dem Landkreis Peine Betriebs- und Personalräte aus der Region ins Schulungszentrum des Landkreises Peine ein, um Impulse für betriebliche Regelungen und Konzepte zu geben und zu diskutieren.

„Ziel war es heute, die anwesenden Betriebs- und Personalräte durch Informationen und den Austausch untereinander zu stärken. Wir wollten sie für das Thema sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie die Rahmenbedingungen für ihre Belegschaften verbessert werden können“, sagt Nadine Muthmann, Leiterin des Projekts „Kompetent in Pflege – KoPF“ bei der Allianz für die Region. Sie begrüßte am Dienstagvormittag etwa 20 Interessierte im Peiner Schulungszentrum.

Vor welchen Herausforderungen pflegende Angehörige stehen, thematisierte anschließend Anke Bode, Mitarbeiterin der Altenhilfeplanung des Landkreises Peine.

Erste Ideen, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege sinnstiftend gestaltet und beispielsweise in Betriebsvereinbarungen geregelt werden kann, brachten Irene Stroot, Demografieagentur für die Wirtschaft Niedersachsen, und Christina Domm, Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, Vorsitzende Gesamtpersonalrat, in ihren Impulsvorträgen ein. Demnach sind Betriebsvereinbarungen zu Homeoffice und flexiblen Arbeitszeiten ein Ansatz für passende Regelungen.

Marianne Putzker von der Kooperationsstelle Hochschulen-Gewerkschaften fasst zusammen: „Betriebliche Regelungen zur Familienfreundlichkeit lohnen sich. Sie helfen dabei, betroffene oftmals gut qualifizierte Beschäftigte im Unternehmen zu halten, tragen zu größerer Zufriedenheit und zur Senkung von Krankheitsraten bei. Darüber hinaus ist es zu begrüßen, dass auch gesetzliche Regelungen dabei unterstützen, Beruf und Pflege zu vereinbaren.“

Über das Projekt „Kompetent in Pflege“

Digitale Vernetzungsmöglichkeiten, Durchlässigkeit von beruflicher zu akademischer Bildung sowie Integration ausländischer Fachkräfte in der Pflegebranche: Mit diesen und weiteren Themen beschäftigen sich die Allianz für die Region GmbH, das Welcome Center der Region und weitere Partner seit Februar 2021 im Projekt „Kompetent in Pflege – KoPF“. Sie setzen damit die gemeinsame Arbeit rund um die Bewältigung des Fachkräftemangels in der Pflegebranche, der wachsenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen und der komplexeren Versorgungsbedarfe fort. Das Projekt „Kompetent in Pflege“ wird im Rahmen des Fachkräftebündnisses Südostniedersachsen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Weitere Informationen unter https://www.allianz-fuer-die-region.de/fachkraefte/kopf-kompetent-in-pflege.

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