Bildergalerie

Daten zur Region

  • Einwohnerzahl: 91.024
  • Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 20.124
  • Fläche: 674 Quadratkilometer
  • Bevölkerungsdichte: 137 Einwohner je Quadratkilometer
  • Gemeinden: 26
  • Bruttoinlandsprodukt (BIP je Einwohner): 18.833
  • Städtepartnerschaften: Powiat Wejherowski (Polen)

Landkreis Helmstedt: Archäologische Fundgrube im Herzen Europas

Knapp 100.000 Menschen bevölkern den Landkreis östlich Braunschweigs an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Das frühere Zonenrandgebiet erstreckt sich vom Hügel- und Bördeland des Südkreises bis in das niedersächsische Flachland im Norden. Helmstedt ist mit ca. 23.000 Einwohnern das Zentrum des Kreises. Darüber hinaus hat der Landkreis acht weitere, vorwiegend ländliche Kommunen: Büddenstedt, Grasleben, Heeseberg, Königslutter, Lehre, Nord-Elm, Schöningen und Velpke.

Strukturwandel: Vom Bergbau zum Versorger

Mehr als hundert Jahre bestimmte der Braunkohleabbau zwischen Schöningen und Helmstedt die Wirtschaft der Region. Jetzt beliefert nur noch ein Tagebau das Kraftwerk Buschhaus mit Braunkohle. Die tiefgehenden Eingriffe erfordern umfassende Rekultivierungsmaßnahmen auf den ehemaligen Tagebauflächen und formen neue Landschaften. In Helmstedt sind im Zusammenhang mit dem Rückgang der Braunkohleförderung Unternehmen der Energieversorgung (E.ON-Avacon (heute Avacon AG)) entstanden, zugleich die wichtigsten Arbeitgeber der Region. Aber auch Betriebe im Maschinen- und Apparatebau, aus Holz- und Kunststoffverarbeitung und Technologiebetriebe sind in Helmstedt ansässig. Die Städte Königslutter und Schöningen leben inzwischen vorwiegend von den Wirtschaftsbereichen Gewerbe und Fremdenverkehr.

Immerhin 60 Prozent der Gesamtfläche des Kreises sind noch heute in landwirtschaftlicher Nutzung. Sehr erfolgreich bauen die Betriebe auf den besonders fruchtbaren Böden der Lössbörde Zuckerrüben, Weizen und Gerste an. Trotz der genannten wirtschaftlichen Aktivitäten und der Nähe zu den Oberzentren Braunschweig, Wolfsburg und Magdeburg beschäftigt sich Helmstedt vordringlich damit, neue Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern. Die Randlage des Landkreises vor der Wiedervereinigung wirkt sich bis heute wirtschaftlich aus und Helmstedt steht vor der Aufgabe, die jetzt zentrale Lage für sich zu nutzen.

Tagebau als archäologische Fundgrube

Im Braunkohletagebau bei Schöningen stießen Wissenschaftler vor einigen Jahren auf eine archäologische Sensation: Die „Schöninger Speere“ sind auf ein Alter von 300.000 Jahren datiert und damit die ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheitsgeschichte. Weitere Funde weisen auf die Jahrtausende währende Besiedlung der Region hin: die „Lübbensteine“, Großsteingräber der Jungsteinzeit bei Helmstedt oder die „Hünenburg“ auf dem Heeseberg, ein zentraler befestigter Ort der Bronzezeit. Über die Landesgrenzen hinaus berühmt, ist die von Kaiser Lothar von Süpplingenburg 1135 gestiftete Kirche in Königslutter, der „Kaiserdom“, ein romanischer Bau in ungewöhnlich reicher künstlerischer Ausstattung.

Helmstedt blickt auf eine Geschichte als ehemalige Universitätsstadt zurück. Die im Jahr 1576 gegründete Academia Julia stieg im 17. Jahrhundert zur drittgrößten Universität im deutschsprachigen Raum auf, wurde aber bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder geschlossen. Heute erinnern ein Museum und die ehemalige Bibliothek an den Wissenschaftsbetrieb. Das Zonengrenz-Museum in Helmstedt dokumentiert die Zeit der deutschen Teilung und Wiedervereinigung in anschaulicher Weise.

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Daten zur Region

  • Einwohnerzahl: 91.024
  • Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 20.124
  • Fläche: 674 Quadratkilometer
  • Bevölkerungsdichte: 137 Einwohner je Quadratkilometer
  • Gemeinden: 26
  • Bruttoinlandsprodukt (BIP je Einwohner): 18.833
  • Städtepartnerschaften: Powiat Wejherowski (Polen)